Das 23. Museumsfest 2015

Das 23. Linstower Museumsfest – ein Fest der Freude, der Erinnerung und des Gedenkens

Vom 4. bis 6. September diesen Jahres beging der Linstower Heimatverein zusammen mit vielen hundert Gästen aus nah und fern sein 23. Museumsfest. Es begann mit einer bewegenden Abendveranstaltung am 4. September, die vom Vereinsvorsitzenden Johannes Herbst eröffnet wurde, und auf der das Vorstandsmitglied des Historischen Vereins Wolhynien, Walter Manz, an den vor einhundert Jahren im ukrainischen Shitomir geborenen Swjatoslaw Richter erinnerte, der ein weltberühmter Pianist gewesen ist. Dann schloss sich die Vorführung des 2009 fertig gestellten Filmes „Auf einem langen Weg“ an. Der Film behandelt das ergreifende Fluchtschicksal zweier Jungen, des sechsjährigen Achim und seines zehnjährigen Bruders Werner, die, getrennt von ihrer schwer verwundeten Mutter, sich allein auf die Flucht vor den immer näher rückenden russischen Truppen begeben und einen entbehrungsreichen Weg voller Gefahren nach Glauchau zu ihrer Tante zu bestehen haben. Der Film hat die Gemüter der Zuschauer tief berührt und sie zu stillem Nachdenken veranlasst.

Museumsfest 2014In einer ebenso begeisternden wie gehaltvollen Begrüßungsrede, in der die Probleme des Museumsalltags ebenso angesprochen wurden wie die tragischen Schicksale im Globalen, hieß der Vereinsvorsitzende Johannes Herbst die zahlreichen Gäste am 5. September, dem Haupttag des Festes, herzlich willkommen, darunter den Bürgermeister Herrn Baldermann, den Landtagsabgeordneten Torsten Renz, den Schweriner Ministerialrat Herrn Hojczik und den Bundessprecher der Landsmannschaft Weichsel-Warthe Herrn Dr. Sprungalla.Museumsfest 2014
Sie alle betonten in ihren Grußworten, dass die Ursachen für die gegenwärtige Flucht und Vertreibung bekämpft werden müssen und dass gerade wir Deutschen unsere Herzen und unsere Solidarität den zu uns gekommenen, Schutz suchenden Flüchtlingen zuwenden und ihnen unsere Hilfe zuteil werden lassen.
Am Nachmittag des 5. September strebte das Fest seinem Höhepunkt entgegen. Die Freude des Wiedersehens und des wolhynischen Gedankenaustausches teilten auch die von weither gereisten Gäste von der Nordseeinsel Hallig Hooge und aus Schweden. Die emotionale Klammer bildete das vom Linstower Vereinschor gesungene Wolhynierlied, stimmungsvoll begleitet von Ernst mit seinem Akkordeon.
Museumsfest 2014Viele fleißige Vereinsmitglieder wurden auf die Bühne gebeten, mit Worten des Dankes geehrt und mit Blumensträußen beschenkt. Der Vereinsvorsitzende Johannes Herbst erhielt von seinen Mitstreitern einen Präsentkorb als Ausdruck ihres Dankes für sein unermüdliches, alle mitreißendes Wirken im Interesse der wichtigen Vereinsarbeit.
Es folgten schöne gemeinsame Stunden mit unvergesslichen kulturellen Darbietungen. Galina aus der Ukraine bewies abermals ihr musikalisches Talent als virtuose Akkordeonspielerin. Eine Gruppe des Krakower Patenkindergartens sang fröhliche Kinderlieder. Die sangesfreudigen Frauen der Gruppe „Regenbogen“ aus Güstrow brachten alte bekannte und neue Lieder zu Gehör. Die Tänzerinnen des Tanzstudios Arthus aus Rostock begeisterten auch in diesem Jahr mit ihren grazil vorgetragenen Darbietungen.
Den Dreschflegelwettbewerb gewann eine 87-Jährige, die den Umgang mit diesen Geräten noch in der Heimat Wolhynien gelernt hatte. Eine Tombola überraschte manchen Gewinner und trug zur Auflockerung und Erheiterung bei.Museumsfest 2014
Großen Zuspruch fand wie immer ein reichhaltiges, von fleißigen Vereinsfrauen hergerichtetes Büfett mit zahlreichen Sorten feinsten Kuchens, mit Piroggen, im Steinofen gebackenem Brot und ein gegen Abend eröffneter Grillstand mit Bratwurst und Steak. Für jeden Geschmack war gesorgt. Der Festtagssonnabend ging fröhlich und mit großer Zufriedenheit für jeden Teilnehmer zu Ende.
Das in jeder Beziehung gelungene 23. Museumsfest ist dem Vorstand des Heimatvereins ein aufrichtiges Bedürfnis, herzlichen Dank zu sagen sowohl den tüchtigen privaten Kuchenbäckerinnen und Helfern als auch den nachfolgend aufgeführten zahlreichen Förderern und Sponsoren: Apotheken aus Krakow am See und Malchow, Olaf Baldermann vom Landwirtschaftsbetrieb Linstow, Diakonie Linstow, Herrn Kellermann von der GMK GmbH, Familie Lange von der Provinzialversicherung, Familie Marek von der Tankstelle, Fleischerei Nielebock, Frau Orlemann von EDEKA Hohen Wangelin, Ospa Krakow am See, Physiotherapie Lange, Raiffeisenbank Krakow am See, Familie Schütz vom Geschäft „Tante Emma“ und Van der Valk Resort Linstow.
Bei der am Samstagabend in Linstow zu Ende gegangenen Sommertour des NDR war der Heimatverein Linstow Wettpartner und hat mit über 140 kleinen und großen Indianern die geforderten 100 überboten und den ausgelobten Preis von LOTTO Mecklenburg gewonnen. Allen die mitgemacht haben, sei herzlich gedankt!
Mit einem Gottesdienst in der Linstower Kirche wurde der Sonntag eingeleitet, der mit Liedern des Laager Männerchores in stilvoller Weihe umrahmt wurde. Der Männerchor sang auch in der Festscheune. In die vorgetragenen Volkslieder stimmten die Gäste mit ein.
Den Abschluss des Museumsfestes bildete eine bewegende Kranzniederlegung am Gedenkstein auf dem Museumsgelände. Ein Gebinde aus goldfarben leuchtenden Sonnenblumen, versehen mit einer Schleife, auf der die Namen der aktuellen Flüchtlingsländer Ukraine-Syrien-Afrika zu lesen sind, hält unser Gewissen und Gedenken wach und ruft uns auf, Verantwortung zu übernehmen und Solidarität zu leisten.
Die zu Herzen gehende Rede des Aussiedlerbeauftragten Pastor Helge Classon, Kirchenpräsident a. D., und der angemessene Gesang des Laager Männerchores verliehen dem Verweilen am Gedenkstein einen ernsten, getragen-feierlichen Charakter und dem Linstower Museumsfest einen würdigen Ausklang.
Mit der Hoffnung, im nächsten Jahr am 24. Museumsfest wieder dabei zu sein, und dem Wunsch auf Gesundheit nahmen die Festteilnehmer Abschied voneinander.

Brigitta Hückstädt, Mitglied des Heimatvereins.

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