Das 21. Museumsfest
vom 6. bis 8. September 2013
Aus der Geschichte für die Zukunft lernen

Wie ein roter Faden zog sich diese Aussage in immer wieder abgewandelter Form durch diese Veranstaltung am ersten Septemberwochenende in Linstow.
Flucht und Vertreibung, keine leeren Worthülsen, sondern Realität, erlebte Geschichte mit all den schönen und schmerzlichen Erinnerungen an schöne Zeiten in der Heimat, aber auch Erinnerungen an Not, Hunger, Angst und Tod, an Abschiednehmen.
Und wer meint, Wolhynien ist Vergangenheit, aus und vorbei, der ist getäuscht.
Museumsfest 2013Weit, weit in der Ferne liegt Wolhynien, der einfache und typische Holzwegweiser auf dem Museumsgelände zeigt in Richtung Heimat, und zeigt die Entfernung – 1854 km sind es bis nach Wolhynien (Shitomyr), und doch ist hier jetzt die Heimat so nah.
Hier, an dem Ort, in dem nach dem letzten Weltkrieg 73 Familien aus Wolhynien eine neue Bleibe, eine neue Heimat fanden. Der Ort, der heute in so eindrucksvoller Weise mit seinem Museum an das Schicksal und die Geschichte der Wolhyniendeutschen erinnert, ihm einen neuen Standort gegeben hat.
Hier wird die Vergangenheit nicht nur konserviert, nein – hier wacht sie auf und lebt.
Erinnerungen brauchen Zukunft, und finden hier ihren Platz.

Freitag, 6. September 2013

Bis auf den letzten Platz war die Museumsscheune gefüllt, als um 19 Uhr die Mitglieder des Heimatvereins Linstow mit dem Wolhynienlied das diesjährige Fest eröffneten.
Der Vorsitzende Johannes Herbst begrüßte die zahlreichen Gäste aus nah und fern, darunter die Ehrengäste: aus Berlin Frau Dr. Ursula Mechler, die stellvertretende Bundessprecherin der Landsmannschaft Weichsel-Warthe; aus dem Landtag Schwerin den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU, Herrn Torsten Renz, und aus Rivne in der Ukraine waren Frau Maria Konoschuk, Parlamentsabgeordnete, sowie Frau Tanya Kukharets vom Deutschen Haus zu Gast.
Museumsfest 2013In seiner Ansprache hielt er einen kurzen Rückblick auf die Veranstaltung zum 20-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr, die alle Erwartungen übertraf und dankte noch einmal allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben.
Gleichzeitig betonte er aber auch, wie schwierig es sein wird, die Museumsarbeit hier aufrecht zu erhalten.
Das altersbedingte Ausscheiden von Vereinsmitgliedern, fehlender Nachwuchs sowie fehlende finanzielle Mittel, um das Museum mit einer Ganztagsstelle zu besetzen, sind Grund genug dafür, sich noch intensiver für diesen geschichtsträchtigen Standort einzusetzen.Wenn im vergangenen Jahr das 20.Museumsfest gefeiert wurde, so erläuterte Johannes Herbst, dann begeht man in diesem Jahr ein weiteres Jubiläum, denn erst nach der Museumseröffnung wurde damals der Heimatverein Linstow e.V. als Träger des Umsiedler Museums Wolhynien gegründet, also heute feiern wir 20 Jahre Heimatverein.
Damit war der Bogen gespannt, um in einem Filmvortrag von Jörg Borchardt noch einmal im Zeitraffer die Entstehungsgeschichte des Museums zu betrachten: Vom Abriss bedrohte Holzhäuser in wolhynischer Bauweise, Gesichter von inzwischen verstorbenen Gründungsmitgliedern, der erste Spatenstich, die Grundsteinlegung, Besuch von NDR und ZDF, sowie zahlreichen Politikern und Wissenschaftlern, die Erinnerungen ließen bei manch einem der Anwesenden eine kleine Träne kullern.Nach diesem Vortrag bat Johannes Herbst den neuen Vorsitzenden des Heimatkreisausschusses Wolhynien in der LWW, Herrn Walter Manz, um einen kurzen Filmvortrag einer Reise, die er im Juni mit dem Freundeskreis Moczulki/Matschulek nach Wolhynien organisiert hatte. Einleitend hierzu stellte Walter Manz die Frage und gab dazu auch gleich die Antwort: „Wohin muss man reisen, damit es nicht so ist, wie es überall ist? – nach Wolhynien – und fügte ergänzend hinzu: nach Linstow. Wir wollen und dürfen nicht zulassen, dass die Geschichte unserer Vorfahren vergessen, mit einem Nebensatz abgetan wird, und dazu gibt es keinen authentischeren Ort als dieses Museum, das jährlich mit seinem Fest zum Besuchermagneten und Treffpunkt der Wolhyniendeutschen und ihrer Nachfahren geworden ist.“ Klingt es da nicht wie eine kleine Belohnung, als er weiter ausführte, welche Bedeutung diese Einrichtung nicht nur hier, sondern auch in der Ukraine hat?
Im Sommer wurde eine kleine Abordnung der Reisegruppe vom stellvertretenden Gouverneur der Oblast Rivne eingeladen, der schon viel von diesem Museum erfahren und um eine Einladung nach Linstow gebeten hatte.
Die anschließend gezeigten Reise-Impressionen standen unter dem Motto: Wolhynien ist gut, Wolhynien tut gut. Für unsere Augen, für unsere Ohren, für unsere Seele.
Mit einem kleinen Imbiss und angeregten Gesprächen klang dieser Abend dann aus.

Samstag, 7. September 2013

Am Vormittag fand um 10 Uhr in der Museumsscheune ein Arbeitstreffen der mit Wolhynien befassten Vereine und Organisationen statt.
Vom Heimatverein Linstow nahmen Herr Johannes Herbst, Frau Erika Werner und Herr Jörg Borchardt teil; dazu Frau Dr. Ursula Mechler und Frau Steiner (LWW); Herr Gerhard König (Vorsitzender Historischer Verein Wolhynien e.V.); Herr Pastor Oliver Behre (Obmann für Wolhynien im Hilfskomitee der evangelisch-lutherischen Deutschen aus Polen e.V.); und vom Heimatkreisausschuss Wolhynien Herr Walter Manz.
Zuvor stellten sich den Anwesenden die Gäste aus Rivne/Ukraine vor. Frau Maria Konoschuk und Frau Tanya Kukharets zeigten sich von der Museumsarbeit sehr begeistert und legten in ihren Ausführungen dar, dass die Geschichte der Wolhyniendeutschen auch im Gebiet Rivne derzeit eine neue Akzeptanz erfährt, davon zeugt auch eine fast fertiggestellte Ausstellung in ukrainischer und deutscher Sprache, die dem Museum in nächster Zeit aus Rivne übergeben werden soll.
Mit den vielfältigen Eindrücken und neuen Kontakten seien durch diesen Besuch die Grundlagen für eine intensive gemeinsame Zusammenarbeit geschaffen worden, „...es ist unsere gemeinsame Geschichte, und dafür setzen auch wir uns ein.“ Museumsfest 2013
Bei strahlendem Sonnenschein konnte Johannes Herbst um 14 Uhr über 500 Besucher und Gäste begrüßen und für ihren Besuch danken, sie waren aus ganz Deutschland, Schweden, Brasilien und Polen angereist.Ein ganz besonderer Dank ging an die Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Frau Uta Maria Kuder, für ihren Besuch und dafür, dass sie in diesem Jahr die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung sowie die Ausstellung des Heimatvereins Linstow „Deutsche in der Ukraine/Wolhynien“ in der Landesbibliothek Schwerin im Sommer diesen Jahres übernommen hat.
Herzliche Willkommensgrüße gingen auch an die Ehrengäste, Herrn Torsten Renz, den stellvertretenden CDU- Fraktionsvorsitzenden im Landtag von Schwerin; an Frau Dr. Ursula Mechler aus Berlin, die stellvertretende Bundessprecherin der LWW; an den Bürgermeister der Gemeinde Dobbin-Linstow, Herrn Wilfried Baldermann; an den Referenten der Landeszentrale für politische Bildung aus Schwerin, Herrn Christian Kuhn; an den Vorsitzenden des Historischen Vereins Wolhynien e.V., Herrn Gerhard König; an den Obmann im Hilfskomitee, Herrn Pastor Oliver Behre; an Frau Gabriele Strübing, der Geschichtslehrerin an der Regionalschule Krakow am See, an die Gäste aus der Ukraine und Herrn Walter Manz, Heimatkreisausschuss Wolhynien.In seiner Begrüßung dankte Johannes Herbst allen Besuchern für ihre Treue, an diesem Ort dem Schicksal der Vorfahren zu gedenken, diesem Standort, der sich gleichzeitig als außerschulische Bildungsstätte präsentiert und durch die Vermittlung der historischen Ereignisse zur Aufklärung gegen Extremismus und Fremdenfeindlichkeit beiträgt.
Sein besonderer Dank galt den 17 Gründungsmitgliedern des Vereins, von denen noch 12 hier anwesend waren, sie ahnten vor 20 Jahren vielleicht schon, zumindest aber hofften sie es, welch hohen Stellenwert ihre Arbeit einmal haben wird.
In seinen weiteren Ausführungen appellierte Herr Herbst besonders an die jungen Generationen, das Wandern, die Migration, von Menschen auf der Suche nach einer friedlicheren Welt, nach guten Lebens- und Arbeitsbedingungen für Jeden, als normalen Bestandteil des Lebens anzusehen.
Für ein friedliches Zusammenwachsen Europas betonte er es so: „... unsere Wolhynier waren u.a. die ersten Europäer, die in friedlicher Absicht auswanderten, nicht – um zu erobern!“In einer Schweigeminute gedachte man den Verstorbenen, Herrn Ewald Ölke, dem unermüdlichen Helfer, Herrn Pastor Sigurd Havemann sowie der wolhynischen Heimatdichterin Erna Wolz.
Mit einem Dank für ihre Initiative, sich für die Einrichtung eines Gedenktages für Vertriebene einzusetzen und dem Versprechen, sie dabei zu unterstützen, übergab Johannes Herbst dann das Wort an die Justizministerin, Frau Eva Maria Kuder.
Museumsfest 2013 In ihrer Begrüßung, verbunden mit den Glückwünschen der Landesregierung, betonte die Ministerin den hohen Stellenwert des Vereins, „... seit über zwanzig Jahren unterhalten Sie nunmehr mit dem Wolhynier-Museum eine bundesweit einzigartige Kultur- und Begegnungsstätte, damit leisten Sie eine Arbeit von unschätzbarem Wert.
Ich freue mich sehr, dass hier in Linstow mit diesem Museum ein Ort geschaffen wurde, der das Leben und die Kultur der Wolhyniendeutschen für die Zukunft in so anschaulicher Weise dokumentiert. Mit Ihren sehenswerten Ausstellungen und Kulturfesten, erlebnisreichen Studienreisen und Ihren kreativen Projekten leisten Sie einen weiteren unverzichtbaren Beitrag zur Aufarbeitung unserer deutschen Geschichte“, so die Ministerin weiter.
Einen ganz besonderen Dank sprach sie den Mitgliedern des Linstower Heimatvereins aus, die sich mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit der Bildungsarbeit und der Verständigung über die Grenzen hinweg verschrieben haben.
Zum Ende ihrer Rede übergab sie als Zeichen der Wertschätzung einen Förderbescheid im Rahmen der Kulturarbeit nach dem Bundes- Vertriebenengesetz mit den Worten „... wenn ich in die Runde schaue, mir dieses schöne Fest und seine weitgereisten Gäste anschaue, weiß ich, dass dieses Geld nicht besser angelegt sein könnte. Mit Ihrer aller Einsatz und Ihrem Ideenreichtum wird es auch in Zukunft gelingen, diese wichtige Arbeit fortzusetzen ...“ Aus familiären Gründen konnte der Bundestagsabgeordnete, Herr Eckhardt Rehberg, an diesem Fest leider nicht teilnehmen.
Seine Grußworte verlas der Landtagsabgeordnete, Herr Torsten Renz, in denen es u.a. hieß: „... mit der Einrichtung des Museums haben Sie erstmals in den neuen Bundesländern eine Begegnungsstätte geschaffen, in der Vertriebene und Flüchtlinge aus Osteuropa ihre Erlebnisse und Erfahrungen thematisieren können ..., die Projekte, die allesamt mit viel Herzblut von Ihnen ehrenamtlich initiiert und durchgeführt werden, reichen weit über eine reine Museumsarbeit hinaus, Ihr Konzept ist einzigartig. Sie leisten eine wichtige Kultur- und Bildungsarbeit und bereichern das Leben des Dorfes und der Region, Ihr ehrenamtliches Engagement ist unersetzbar und beispielgebend.“
Museumsfest 2013 Seine persönliche Begrüßung begann Herr Torsten Renz mit dem Leitgedanken: „Du kannst dir ein neues Haus kaufen, aber keine neue Heimat.“
Damit verband er das Schicksal der Wolhyniendeutschen durch Flucht und Vertreibung mit dem persönlichen Schicksal in seiner eigenen Familie, dem seines Großvaters: in Wolhynien geboren, von dort 1915 in der Hoffnung auf ein neues Zuhause nach Ostpreußen geflüchtet, erneute Vertreibung, Gefangenschaft in Sibirien, und wieder Flucht, um letztendlich in Mecklenburg-Vorpommern sein letztes Zuhause zu finden.
Wir alle sind in der Pflicht, diese Schicksale, diese Geschichte weiterzugeben, damit diese sich nicht wiederholt. Deshalb müssen wir auch heute rechtsradikalen Bestrebungen entschlossen entgegentreten. Diese Geschichte zu verdrängen oder wie in der DDR totzuschweigen, hilft niemandem, mit diesem gemeinsamen Schicksal sind wir alle aufgefordert, an einem friedlichen Europa mit zu bauen.
Mit unserem gemeinsamen Engagement zeigen wir den heutigen Generationen: Heimat ist dort, wo wir geboren und aufgewachsen sind, dann soll jeder frei entscheiden, wo sein zu Hause ist.
In diesem Sinne danke ich allen, die die Aufarbeitung der Geschichte hier in Linstow mit ihrem Ehrenamt unterstützen.“
Herr Wilfried Baldermann überbrachte mit seinen Grußworten die besten Wünsche der Gemeindevertretung Dobbin-Linstow, er dankte allen Vereinsmitgliedern für ihre großartige Arbeit in den vergangenen 20 Jahren und sicherte dem Verein auch weiterhin seine volle Unterstützung zu.
Stellvertretend überbrachte Frau Dr. Mechler aus Berlin die Grüße des Bundessprechers der LWW, Dr. Martin Sprungala, und bedankte sich für die Einladung, sie wünschte dem Verein für die Zukunft auch weiterhin viel Erfolg sowie der Veranstaltung einen guten Verlauf.In seinen Grußworten betonte Pastor Oliver Behre, dass Menschsein zur Migration gehört und wir begreifen müssen, dass seit Adam und Eva wir Menschen auf dem Weg zum verlorenen Paradies sind, so wie die Vorfahren sich auf den Weg nach Wolhynien begeben, es dort gesucht und für kurze Zeit gefunden haben. Museumsfest 2013Museumsfest 2013 Die Geschichtslehrerin Frau Gabriele Strübing berichtete von ihren zahlreichen Projekten hier im Museum, ihrer Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern der Regionalschule Krakow, hier im Museum erleben sie auf ganz spannende Weise „Geschichte zum Anfassen“, werden so an das Thema Flucht und Vertreibung sowie deren Ursachen herangeführt.Gemeinsam mit den beiden Gästen aus der Ukraine begrüßte Walter Manz die Besucher, er bedankte sich noch einmal ganz herzlich bei Frau Ministerin Kuder und dem Abgeordneten Torsten Renz für den einen Tag zuvor stattgefunden Empfang im Landtag von Schwerin.

In den Gesprächen war ihm eine Aussage der Ministerin ganz besonders wichtig „... für das Zusammenwachsen, den Zusammenhalt Europas müssen die Menschen sich näher kommen, sich kennenlernen ...“ ist in Linstow an diesem Wochenende hierfür nicht eine ganz besondere Gelegenheit?Frau Maria Konoschuk und Tatyana Kukharets überbrachten die besten Grüße und Glückwünsche des stellvertretenden Gouverneurs der Oblast Rivne, Herrn Oleksej Gubanov. Er bedankte sich für die Einladung und bedauerte es sehr, aus terminlichen Gründen leider hier nicht teilnehmen zu können, sagte aber seinen Besuch bereits für das nächste Jahr zu.
In ihren Ansprachen führten sie weiterhin aus, in Rivne/Wolhynien zum Erhalt und der Weiterentwicklung dieser historischen und kulturellen Identität beizutragen, und auf Basis unserer gemeinsamen Geschichte die persönlichen Begegnungen in Linstow und der Ukraine zwischen Deutschen und Ukrainern zu fördern, sie fahren mit ganz konkreten Vorhaben zurück und wollen gemeinsam mit dem Museum in Linstow die wolhyniendeutsche Geschichte einer breiten Öffentlichkeit in ihrer Heimat bekannt machen.
„Hierzu laden wir Sie alle ganz herzlich nach Wolhynien ein!“Ein kleines Beispiel, wie international es an diesem Wochenende hier in Linstow zuging: Die in ukrainischer Sprache übermittelten Grußworte von Maria Konoschuk wurden von Eduard Bütow ins Deutsche übersetzt, die in englischer Sprache gehaltenen Grüße von Tatyana Kukharets übersetzte Herr Olsson aus Schweden ins Deutsche.
Museumsfest 2013

Beim anschließenden Kaffeetrinken mit dem selbstgebackenen Kuchen ergaben sich für die Besucher vielfältige Möglichkeiten zum Gedankenaustausch, in der Bildungsscheune war entsprechende Literatur über Wolhynien zu erwerben, im Museum hatten die Besucher bei den Familienforschern, Frau Regina Steffensen und Herrn Manfred Klatt die Möglichkeit, gezielt nach ihren Vorfahren zu suchen.Es gehört schon zur Tradition, dass die Gesangsgruppe „Regenbogen“ dieses Fest und seine Besucher in ihren Bann zieht, die sechs Damen aus Güstrow untermalten mit ihrem inhaltsreichen Gesang dieses Fest, mit ihrem Repertoire, halt so bunt wie ein Regenbogen, begeisterten sie die Gäste.Kurz unterbrochen wurde diese Darbietung jedoch durch ein Ereignis mit großer Symbolkraft: Aus Berlin war der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Herr Pavlo Klimkin angereist, begleitet von Frau Iryna Petrunko, Kulturattacheè.
In seiner Begrüßungsrede bedankte sich der Botschafter bei Johannes Herbst und Walter Manz für die Einladung, die er erst fünf Tage zuvor erhalten hatte und zugeben musste, bis dato nicht gewusst zu haben, dass es hier ein solches Museum gibt.
Umso herzlicher betonte er in seinen Ausführungen seine Begeisterung für diese Einrichtung, sieht er hier doch die Möglichkeit, neue Wege zu gehen zwischen alter und neuer Heimat, zwischen Deutschland und der Ukraine, das gemeinsame Wolhynien mit seiner in Jahrhunderten gewachsenen Bevölkerung, mit unterschiedlichsten Kulturen und Sprachen und dem fast legendären Ruf eines ‚Vielvölkerstaates‘ als Beispiel für ein zusammenwachsendes Europa.
„Ich unterstütze Sie gerne, von hier aus kann man länderübergreifende Partnerschaften mit Leben erfüllen,“ betonte Herr Botschafter Klimkin, „... und völkerverbindende Brücken schlagen ...“ ergänzte Frau Ministerin Kuder, darauf reichten sich beide am Rednerpult die Hand.(Bild 9)Es folgten zahlreiche Gespräche mit Besuchern, ein gemeinsamer Rundgang mit Johannes Herbst durch die gesamten Museumsanlagen sowie gemeinsam mit Frau Ministerin Kuder der Eintrag ins Gästebuch.„Am Gartenzaun“ erwarteten die Besucher natürlich wieder mit Spannung das Gespräch zwischen Emil und Milscha, alias Ernst Reimann und Erika Groß, zur Freude der Besucher in wolhynischer Mundart, die Textbeiträge stammten wie immer aus der Feder von Brigitte Schönfelder.Die Tanzeinlagen des jungen wolhynischen Nachwuchs-Balletts sorgten für Kurzweil bis in den Abend hinein.

Sonntag, 8. September 2013

Den schon traditionellen wolhynischen Heimatgottesdienst in der schönen Backsteinkirche von Linstow-Kieth am Sonntagmorgen gestalteten gemeinsam Herr Pfarrer Reeps aus Krakow am See und Herr Pastor Oliver Behre aus Zwochau mit seiner Predigt.
Vom Männergesangverein Laage sowie dem örtlichen Posaunenchor wurde dieser feierliche Gottesdienst umrahmt.
In einer Gedenkminute gedachte man den Verstorbenen: der Heimatdichterin Erna Wolz, dem langjährigen Vereinsmitglied Herrn Pastor Havemann aus Krakow, dem Vereinsmitglied Herrn Ewald Ölke und Herrn Pastor Sichler, dem langjährigen Vorsitzenden des Hilfskomitees der evangelisch-lutherischen Deutschen aus Polen e.V. Beim anschließenden Mittagessen auf dem Museumsgelände wurden die intensiven Gespräche fortgesetzt, untermalt von vertrauten Weisen des Männergesangsvereins Laage.Und so ganz langsam löste sich die Veranstaltung dann auf, Herr Pastor Oliver Behre erteilte allen Besuchern den Reise-Segen, die beiden Damen aus der Ukraine verabschiedeten sich mit dem Gesang der „kleinen wolhynischen Nationalhymne – Wolhyn moja“, viele Besucher stimmten in diese Melodie mit ein, und dann war dieses Fest zu Ende.
Eine schöne und gelungene Veranstaltung, das war der Tenor der Besucher – und auf das 22. Museumsfest 2014 darf man bereits jetzt schon gespannt sein.
Es findet mit einigen Überraschungen vom 5. bis 7. September 2014 statt.Danke an alle Besucherinnen und Besucher aus nah und fern.
Und ein besonderer Dank an all die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer des Heimatvereins Linstow, ohne die diese Veranstaltung so nicht stattfinden konnte, genauso an die Mitglieder der Feuerwehr und den Gemeindearbeitern.
Ein ganz großes Lob und danke nochmals an diejenigen Damen des Vereins, die mit ihren Koch- und Backkünsten die Gaumen erfreuten.An dieser Stelle noch eine ganz persönliche Anmerkung: Seit fast einem Jahr arbeite ich, auch als Mitglied im Heimatverein, ganz intensiv mit Herrn Johannes Herbst zusammen.
In dieser Zeit konnte ich erleben, wie zielsicher er um den Fortbestand dieses Vereins bedacht ist, sich trotz seiner langwierigen Krankheit immer wieder selbst „vor die Karre spannt“ um damit zu signalisieren: es geht vorwärts.
In seiner unvergleichlichen Art hat er im Laufe seiner Amtszeit unzählige wichtige Kontakte zur Politik, öffentlichen Einrichtungen und der Presse hergestellt, die für diese Einrichtung von immensem Wert sind, auch ich durfte diese Kontakte für meine Arbeit in anderen Gremien bereits nutzen, dafür Danke.
Sein Wahlspruch, abgeleitet von einer Inschrift am Rathaus in Lindau am Bodensee, lautet: „Durch Eintracht werden kleine Dinge groß, durch Zwietracht wird man große Dinge los“
In diesem Sinne mein Wunsch an alle, die diese Zeilen lesen: Lassen Sie uns gemeinsam daran mitwirken, dass Wolhynien, die Heimat unserer Vorfahren, in Linstow nicht vergessen wird.

Das 21. Museumsfest 2013 wurde finanziell unterstützt und gefördert vom Justizministerium

Mecklenburg-Vorpommern; der Landeszentrale für Politische Bildung Schwerin; aus dem Etat des BKM durch das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien; von der Gemeinde Dobbin-Linstow sowie zahlreichen Spendern und Sponsoren.
Hierfür an alle im Namen des Heimatvereins Linstow ein ganz herzlicher Dank.

Walter Manz – Heimatkreisausschuss Wolhynien

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