Aus dem Briefkasten ... Fortsetzung

Dazwischen läuft ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Gesang und Spielen ab. Viele Ehrengäste von nah und fern kommen zu Wort. Sie alle sagen viel Lobendes und Achtenswertes über Linstow, seine Bewohner und dem Wolhynierverein. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Es werden große Zahlen genannt über Museumsführungen, Lesungen, Schülerveranstaltungen, Touristenbesucher und andere Aktivitäten, die weit über Linstow hinaus reichen.

Dann beginnt der gemütliche, heitere Teil des Nachmittags. Der Durst ist bereits beträchtlich, von der Kuchentheke kommen sagenhafte Aromen und die Nase weist automatisch den Weg. Es beginnt die Qual der Wahl. Was wählen unter 20 oder mehr Sorten? Dabei wären höchstens zwei, maximal drei Stück wegen der Figur erlaubt. Nicht genug, mischen sich aus einer anderen Richtung Düfte von Piroggen, Borschtsch u.a. ein. Die Schlangen sind beträchtlich, aber am Ende bekommt jeder das Gewünschte. Der Sättigungspegel ist auch schon überschritten. Es geht nichts mehr.

Also wende ich mich weiteren kulturellen Darbietungen zu. Ob ich es wohl am Spinnrad versuche, habe es eigentlich selbst nie gekonnt, aber meine Mutter war vortrefflich darin. Den Dreschflegel schwingen Alt und Jung, sieht ja leicht aus, aber Herrn Reimann kann keiner das "Wasser reichen". Gelernt ist eben gelernt. Und wer versucht es mit der Bandsäge? Da will keiner so recht ran. Da wird auch schon zum Quiz aufgerufen. Hier wird mit Spaß und Humor wolhynische Tradition geübt und gepflegt, ohne Gefühlsduselei. So schaue ich überall zu, staune und denke: von nichts kommt nichts und dann denke ich wolhynisch und weiß, wie viele Linstower für dieses Fest lange, oft im Stillen selbstlos gewirkt haben und das in jedem Jahr tun, und dafür danke ich allen fleißigen Linstowern und freue mich schon auf 2007.

Es dämmert bereits. Vom Grill ziehen verführerische Wolken über das Fest. Für eine Bratwurst bleibt mir, wie in jedem Jahr, keine Zeit. 160 Kilometer trennen mich von Berlin und wir wollen noch vor Einbruch der Dunkelheit heim kommen. Es war ein wunderschöner Tag.

Viele Grüße Linda und Rolf Goldschmidt


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