Museumsfest 2004

Das Museumsfest in Linstow jährte sich zum 12. Mal. Im Mittelpunkt der Beiträge und Festansprachen stand der  Spendenaufruf und der feierliche erste Spatenstich zum Bau einer originalgetreuen wolhynischen Scheune als Bildungs- und Begegnungsstätte. Wie die Jahre zuvor reisten viele Gäste aus den verschiedensten Richtungen an, die weiteste Anreise hatte dieses Jahr ein Ehepaar aus Kanada. Johannes Herbst, der durch das Festprogramm führte, hieß die ca. 500 Gäste herzlich willkommen.

Geehrt wurden u.a. die unermüdlichen Helfer im Wolhynischen Heimatverein Linstow e.V., der älteste Gast Heinrich Wolz (86) aus Köln - gebürtig aus Topcza im Kirchspiel Rowno - und die Geschichtslehrerin Gabi Strübing aus der Real- und Hauptschule in Krakow mit ihren  Schülern der 10. Klasse. Im Rahmen des deutschlandweiten Schulprojektes Zeitensprünge sammelten die Schüler Lebensberichte ehemaliger Wolhynier aus Linstow und Umgebung. Nach 1945 siedelten sich hier 73 Familien aus Wolhynien an. Viele von ihnen und deren Nachfahren leben heute noch hier und wurden von den Schülern zu Hause befragt. Die Filmaufzeichnungen wurden zu einem Video zusammengestellt und werden als ein Beitrag am 5. November in Schwerin beim Landesausscheid teilnehmen. - Eine Ehrung erhielt auch Irene Kopetzke für die Präsentation des Museums auf ihren Internetseiten und die Werbung für das Linstower Fest.

Anschließend kamen mit ihren Grußansprachen der Bürgermeister Wilfried Baldermann, Nikolaus Arndt vom Historischen Verein Wolhynien e.V. und andere Persönlichkeiten zu Wort. Umrahmt wurde das Programm von einer Jugendmusikgruppe, die auch musikalisch zum feierlichen ersten Spatenstich des Bauvorhabens auf dem Museumsgelände überleitete. Der Bau der Bildungsscheune soll im Sommer 2005 abgeschlossen sein und alle Gäste werden im nächsten Jahr ein verändertes Bild des Museumsgeländes vorfinden.

Die besondere Geschichte der Wolhyniendeutschen, deren friedliche Ansiedlung in Mecklenburg-Vorpommern nach dem 2.Weltkrieg und deren Vorbildwirkung im friedvollen Beieinanderleben mit anderen Nationalitäten wie in den Jahrzehnten vor Ausbruch des 1.Weltkrieges soll als Vorbildwirkung für die heutige Jugend und als Prävention gegen Gewalt und Fremdenhass dienen. Für den Bau einer Begegnungsstätte unter diesem Motto fördert das Umweltministerium dieses Projekt mit 50 prozentiger Kostenbeteiligung. Darin enthalten sind 75 Prozent Fördermittel der EU.


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