Bildungsreise nach Görlitz vom 30.10. bis 02.11.2014

Görlitz ist eine Reise wert!

Start in Linstow 2014Am 30. Oktober um 8 Uhr, die Sonne lugte durch den Frühnebel, starteten wir mit dem Bus ab Linstow.
In Königs Wusterhausen stiegen noch zwei Bildungsreisende zu, so dass wir mit 46 Wissbegierigen Richtung Süden fuhren. Bei schönem Wetter war auf der Hinreise der Besuch des Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau geplant. Aber in Königs Wusterhausen regnete es bereits. So dass wir statt des Parks das Eiskaffee in Ortrand als Zwischenziel wählten.Im Eiscafe Ortrand 2014
Nach der Eisschlemmerei ging es auf direktem Wege nach Görlitz. Während der Fahrt erhielten wir von Dr. Martin Sprungala eine Einführung in die Geschichte Schlesiens. Gegen 17 Uhr kamen wir in der Jugendherberge in der Altstadt von Görlitz an.
Der erste Eindruck dieser Stadt war schon imposant.
Nach dem Abendessen trafen wir uns, um die Geburtstage von Helmut Wagner und Ernst Reimann zu feiern. Mit Sekt, Kuchen, Gesang und lustigen plattdeutschen Gedichten, die uns Herr Dr. Hückstädt vortrug, erlebten wir einen amüsanten Abend.
StadtbesichtigungAm Freitag, es war ja Feiertag, stand die Führung durch die Altstadt auf dem Programm. In zwei Gruppen aufgeteilt, zeigten uns die Stadtführerinnen bei einem Rundgang von 90 Minuten Sehenswürdigkeiten von Görlitz. Anette Steiner und Christoph Herbst notierten sich manche Details.
Die Stadt hatte das Glück, im zweiten Weltkrieg kaum Schäden zu verzeichnen, jedoch verfielen die historischen Gebäude während der DDR-Zeit und waren 1989 zum Teil nur Ruinen. Achzig Prozent der alten Gebäude konnten bisher restauriert werden. Der Aufbau der Stadt nach der Wende wurde durch einen Spender, welcher unbekannt bleiben möchte, finanziell stark unterstützt. Gasthaus zum Flyn Ein Beispiel ist das Gasthaus Flyns (auf der Homepage des Gasthauses ist ein Foto vom damaligen Abrisshaus zu sehen).
Die Stadtführung endete auf der Neißebrücke. St. Peter und PaulVon hier ist es nicht weit bis zur Pfarrkirche St. Peter und Paul. Wir wollten um 12 Uhr dort sein, um die Sonnenorgel zu erleben. Die Besonderheiten dieser Orgel wurden vorgestellt und wir lauschten einem kleinen Orgelkonzert.
Bis zum nächsten Termin unternahm jeder etwas nach eigenem Wunsch, aß mehr oder weniger, ging shoppen oder hielt Mittagsruhe.
Der Bus brachte uns zur Abfahrtsstation des „Bergschleichers“. Mit diesem fuhren wir, wieder in zwei Gruppen, auf den Gipfel der Landeskrone, um dort ein „Tippl“ Kaffee und einen „Schlesischen Kuchenteller“ zu genießen. Die Landeskrone, der Hausberg von Görlitz ist vulkanischen Ursprungs und 420 Meter hoch. Blick von der LandeskroneLeider wurde es schon diesig und somit die Weitsicht beschränkt. Nach Sonnenuntergang kühlte es sich dort oben merklich ab.
Der „Bergschleicher“ brachte uns auch im Dunkeln sicher nach unten, wo unser Bus bereit stand.
Görlitz bei NachtKino oder Theater war für den Abend organisiert. Zwei Filme standen zur Auswahl: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg …“, „The Cut“ oder die „Csardasfürstin“ von Emmerich Kalman. Die Mehrheit entschied sich für den Hundertjährigen – ein sehr vergnüglicher Film. Ob das Kino schon mal so gefüllt war, wissen wir nicht. Es mussten extra Stühle aufgestellt werden.
Das Schlesische MuseumAm Samstag besuchten wir das Schlesische Museum. Dieses Museum brachte uns die wechselvolle Geschichte Schlesiens nahe. Das erst 2006 eröffnete Museum vereint vier historische Gebäude, die mit einer Glasüberdachung verbunden wurden. Außer der dokumentierten Geschehnisse der letzten 1000 Jahre zeigt das Museum auch Kunst aus Schlesien. Die Zeit reichte nicht, um alles zu besichtigen.
Barockhaus Neißstraße 30Nach einem kleinen Imbiss besuchten wir das Barockhaus Neißstraße 30, einem Objekt des Kulturhistorischen Museums Görlitz in dem sich die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften mit dem historischen Bibliothekssaal befindet. Die Fülle der historischen Bücher weckt den Wunsch, darin zu stöbern.
Im ersten Stock sind Wohnräume des ehemaligen Hausherrn, Christian Ameiß, zu besichtigen und im zweiten Stockwerk auch wissenschaftliche Gerätschaften und die Bibliothek. Sogar ein Originalgemälde von Spitzweg „Der Gartenfreund“ ist zu sehen. Am Heiligen Grab
Das Heilige Grab war unsere letzte Station an diesem Tag. Der Bau der Grabanlage, eine verkleinerte Kopie des Heiligen Grabes in Jerusalem, begann 1480 und wurde 1504 eingeweiht. Uns wurden die Symbole ganz detailliert erläutert. Am Heiligen Grab Mit Bier, Wein, Gesang und Witzen klang unser letzter Abend im Görlitzer Bürgerstübl aus. Hier erfuhren wir auch den Grund des fleißigen Mitschreibens von Anette und Christoph – sie hatten etliche Fragen vorbereitet. Für die schnellsten richtigen Antworten gab es Preise.
Abreise aus GörlitzSonntagmorgen hieß es Abschied nehmen von dieser schönen Stadt, in der noch vieles zu entdecken wäre. Bei herrlichem Sonnenschein konnten wir auf der Heimreise den Abstecher zum Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau machen. Schloss in Bad MuskauLeider erlaubte die kurze Zeit nur einen kleinen Einblick in den weitläufigen Park, der zum größten Teil östlich der Neiße in Polen liegt. Jedoch, das imposante Schloss präsentierte sich bei schönstem Herbstwetter.
Gegen 18 Uhr kamen wir wohlbehalten in Linstow an.
Danke für die tolle Reise. Danke dem netten Busfahrer und besonderen Dank an Johannes Herbst, Erika Werner und Rosi Vogt.
Christine Dupke (im Auftrag des Heimatvereins)
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