Bildungsreise nach Bonn

Unsere ReisgruppeVereinsmitglieder, Förderer und Freunde des Heimatvereins Linstow e.V. waren vom 29.09. bis 04.10.2011 auf einer Bildungsreise nach Bonn unterwegs. Im Zusammenhang mit der Ausstellung im Haus der Geschichte über die Entwicklung beider deutscher Staaten nach 1945 und den Festlichkeiten der Bundesregierung zur Deutschen Einheit in Bonn wurde diese Reise organisiert.
Am ersten Tag nach der Anreise wurde das Museum der Deutschen Geschichte besichtigt. Innerhalb einer Führung wurden die unterschiedlichen Entwicklungen Deutschlands nach Beendigung des zweiten Weltkrieges bis zur Wiedervereinigung anschaulich erläutert und dargestellt.
In der westlichen Besatzungszone gelang es mit Unterstützung der Alliierten das Entwicklungspotential Deutschlands kontrolliert zum Aufschwung für das ganze Land zu bewegen. Wirtschaftswunder, Eingliederung in die NATO und die EWG waren die konsequente Folge dieser Maßnahmen.
Im Unterschied dazu wurden in der sowjetischen Besatzungszone Reparationsleistungen erzwungen und politische Entscheidungen, die die Macht Stalins uneingeschränkt proklamierten als Wesenszüge der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung des neuen sozialistischen deutschen Staates aufgezeigt.
Erst die friedliche Revolution 1989 machte die Wiedervereinigung beider deutschen Staaten möglich. Die bildliche Darstellung dieser Geschichte führte bei allen Teilnehmern, durch Selbsterlebtes aus dieser Zeit zum Nachdenken. „Gänsehautfeeling“ natürlich bei den Erläuterungen und Zeitdokumenten aus der Wendezeit.
Eine Ausstellung, die zum obligatorischen Schulunterricht gehören sollte. Dies wurde auch zusammen mit einem Gruß aus Mecklenburg ins Gästebuch eingetragen.
Im CJD Am Abend wurde das Projekt „Zeitensprünge“ der Regionalen Schule Krakow am See durch die Projektleiterin Frau Strübing vorgestellt. Schüler haben in diesem Projekt über 4 Jahre Zeitdokumente aus der Zeit der friedlichen Revolution 1989 zusammengetragen. Interviews mit aktiven Bürgern, auch Mitgliedern unseres Vereins, aus dieser Zeit wurden geführt, Bildmaterial gesichtet und zusammengetragen und eine Ausstellung für Berlin, Jena und Tutzing zusammengestellt. Eine interessante Arbeit, die große Anerkennung erfahren hat. Der Leiter des Gästehauses des CJD Bonn, Herr Böker, war begeistert von dieser Leistung und bot Frau Strübing mit ihrer Projektgruppe einen kostenfreien Aufenthalt im Gästehaus des CJD Bonn an.
Unsere Reisgruppe in KölnAm zweiten Tag wurde eine Reise nach Köln, mit Stadtrundfahrt und Dombesichtigung durchgeführt.
Weiterer Höhepunkt war am dritten Tag eine Rheinfahrt nach Remagen.
Dort wurde das Friedensmuseum, errichtet innerhalb eines übrig gebliebenen Brückenkopfes, besichtigt. Die Brücke wurde berühmt, da sie von den Deutschen durch Zufall, Unfähigkeit und Mut nicht zerstört wurde und somit unplanmäßig den Amerikanern eine Überquerung des Rheins im März 1945 ermöglichte. Hitler ließ daraufhin fünf ranghohe Offiziere durch ein fliegendes Standgericht wegen Sabotage zum Tode verurteilen. Innerhalb von 24 Stunden konnten 8000 Soldaten die Brücke überqueren. Der damalige General und spätere Präsident der USA Eisenhower sagte nach der Überquerung der Amerikaner: „Die Brücke ist ihr Gewicht in Gold wert.“ Zehn Tage später stürzte die Brücke dann doch durch die Folgen der Kriegsereignisse ein und wurde nicht wieder aufgebaut.
Unsere Reisgruppe in KölnWeitere Programmpunkte, die nicht unerwähnt sein sollen, waren ein Rundgang durch den Botanischen Garten Poppelsdorf, ein Ausflug in die Eifelausläufer mit einem Besuch des Kurortes Bad Münstereifel und ein Blick vom Loreley-Felsen.
Am letzten Tag vor der Abreise haben sich alle Teilnehmer die Veranstaltungen zur offiziellen Feier der Bundesregierung zur Wiedervereinigung angesehen. Eine gelungene Veranstaltung, auf der alle Ländervertretungen sich repräsentieren konnten und viel Interessantes an den aufgebauten Ständen zeigten.
Am 04.10.2011 endete die Reise. Wir möchten uns herzlich beim CJD in Bonn für die freundliche Betreuung während unseres Aufenthaltes im Gästehaus bedanken und bei all jenen, die zum Gelingen der Bildungsreise beigetragen haben. Beispielhaft seien hier Frau Lengnink, Frau Strübing, Herr Kasper und Herr Reimann genannt.

Finanziell unterstützt wurde diese Fahrt von dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, aus dem Etat der Kulturreferentin für Wolhynien Magdalena Oxfort M.A.

G. Schmoock
Heimatverein Linstow