"Feuertaufe" für Linstower Bildungsscheune

Der Heimatverein Linstow e.V. ist bereits seit Jahren durch die Museumsfeste des Wolhynier-Umsiedlermuseums über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus bekannt. Seit die Bildungsscheune in diesem Jahr eingeweiht wurde, bieten sich Möglichkeiten für Veranstaltungen für bis zu 80 Personen unter Nutzung modernster Technik. Aber wer findet den Weg ausgerechnet nach Linstow?

Im Rahmen eines vom Landesjugendamt und CIVITAS geförderten Projektes zur Gewaltprävention, konnten im vergangenen Jahr eine Reihe kleinerer Kurse und Seminare für Kinder- und Jugendgruppen angeboten werden. Am 2. Dezemberwochenende gab es jedoch ein Novum: das Team um Karin Ranke und Johannes Herbst bestand seine Feuertaufe bei der Durchführung einer wissenschaftlichen Nachwuchstagung.

Gemeinsam mit dem Kultur- und Wissenschaftsverein EuroKaukAsia e.V. unter PD Dr. Eva-Maria Auch organisierte der Verein Vorträge und Diskussionen zu den "sanften" Revolutionen in Osteuropa, der Osteuropapolitik der EU-Staaten und dem Bild von Konflikten und Machtveränderungen in der deutschen Öffentlichkeit. Angereist waren 18 junge Osteuropaexperten aus ganz Deutschland und dem Kaukasus, um gemeinsam mit Interessenten unserer Region Gedanken zu diesen Themen auszutauschen.

Auch wenn man sich gewünscht hätte, dass noch mehr Besucher dieses Angebot politischer Bildung angenommen hätten, war die Veranstaltung ein voller Erfolg. So mancher der Gäste lernte "so nebenbei" Mecklenburg zum ersten Mal kennen, war von der Natur und der Linstower Herzlichkeit regelrecht begeistert und will unbedingt wiederkommen. Und trotz aller Skepsis hat sich gezeigt, dass die Mitarbeiter des Museums und die ehrenamtlichen Helfer des Vereins in der Lage sind, auch anspruchsvolleren Veranstaltungen mit auswärtigen Gästen eine Heimstatt zu bieten. Die Wolhynier-Scheune hat in Zusammenarbeit mit anderen Partnern eine Chance, zur Tagungsstätte für Bildungshungrige aus unterschiedlichsten Bereichen und ganz Deutschland zu werden. Service für Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft - warum nicht? - Auch das kann Arbeitsplätze schaffen.

PD Dr. Eva-Maria Auch, Universität Bonn

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