Einweihung der Bildungs- und Museumsscheune

Der 21. Mai 2005 war für die Linstower ein ganz besonderer Tag. Der Heimatverein Linstow e.V. hatte zur feierlichen Einweihung der Bildungs- und Museumsscheune auf dem Gelände des Umsiedlermuseums geladen. Aus Nah und Fern waren Gäste angereist. Fleißige Helfer bereiteten ihnen einen herzlichen Empfang. In einem Gespräch war zu hören: "Wir wollten doch damals nur das typische wolhynische Bauernhaus erhalten. Niemand hat geahnt, welche Resonanz dieses Vorhaben einmal haben wird."

Daß die kleine Gemeinde, mit ihren 300 Einwohnern am Naturpark Nossentiner / Schwinzer Heide gelegen, zu feiern versteht, konnten wir schon in den zurückliegenden Jahren berichten. Jedoch sollte dieser Samstag eine ganz besondere Bedeutung erhalten.

Der Bau der Bildungs- und Museumsscheune Linstow wurde gefördert und ermöglicht durch das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der "AGENDA 21 - Wir haben nur die eine Erde!" und durch die Gemeinde Dobbin-Linstow. Weitere Spenden, wie beispielsweise von der hiesigen Sparkasse in Höhe von 7000 Euro, ermöglichten dieses großartige Projekt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert im Rahmen des Bundesmodellprogramms CIVITAS das gemeinwesenorientierte Projekt "Miteinander-Füreinander". Auch das Landesjugendamt hat die Förderung im Bereich der überregionalen Kinder- und Jugendarbeit zugesagt. 

Mit dem historischen Hintergrund der in den Jahren 1947 bis 1950 hier angesiedelten 73 wolhynischen Familien entstand im kleinen Ort Linstow 1990 das wolhynische Freilandmuseum. Die Wolhynier und ihre Geschichte waren gekennzeichnet vom friedlichen Nebeneinander verschiedener Nationen und Konfessionen auch unter schwierigsten gesellschaftlichen Bedingungen. Dieses Vermächtnis möchte der Heimatverein in der neu entstandenen Bildungsstätte erhalten, dokumentieren und den kommenden Generationen vermitteln.

Der Männerchor aus Laage unter der Leitung von Karl Kringel eröffnete die Veranstaltung im Beisein von Vertretern der EU, des Umweltministeriums, der Gemeinde Dobbin-Linstow, des Historischen Vereins Wolhynien e.V. und weiterer regionaler Einrichtungen.

Den Reigen der Festansprachen eröffnete der Bürgermeister der Gemeinde Dobbin-Linstow, Herr Wilfried Baldermann. Er begrüßte die angereisten Ehrengäste, gab einen kurzen geschichtlichen Abriss zur Besonderheit der Geschichte der Wolhyniendeutschen in Linstow und betonte: "Wir wollen aus der Geschichte lernen, das Leben und die Zukunft gewaltfrei gestalten. Die in traditioneller Bauweise errichtete Bildungs- und Museumsscheune soll sich zu einer Begegnungsstätte zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft entwickeln, wo ein lebendiger Austausch zwischen den Generationen stattfindet." Zum Museumsfest am 4. September 2004 war der feierliche erste Spatenstich getan worden, bereits kurze Zeit darauf erfolgte am 7. Oktober die Grundsteinlegung und im November konnte das Richtfest gefeiert werden.

Nach wolhynischer Holzbauweise wurde die reetgedeckte Scheune ausschließlich von regionalen Betrieben aus Mecklenburg-Vorpommern errichtet. Bürgermeister Baldermann überreichte symbolisch den Schlüssel für das neue Gebäude an den Vorsitzenden des Heimatvereins Linstow e.V., Herrn Johannes Herbst.


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