Runder Tisch zur Zukunft des Wolhynier Umsiedlermuseums in Linstow


Um die Zukunft des Wolhynier Umsiedlermuseums ging es am 27.02.2020 beim Runden Tisch in Linstow.
25 Vertreter aus Politik, Verwaltung sowie den Bereichen Gedenkstätte, Museum und Bildungsarbeit waren der Einladung des Heimatvereins Linstow e.V. gefolgt.
Der Verein betreibt seit fast 30 Jahren Erinnerungs- und Bildungsarbeit an diesem bundesweit einzigartigen Lern- und Gedenkort. Ausgehend vom Schicksal der Wolhyniendeutschen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Linstow angesiedelt haben, soll nun das Museum zu einem Bildungs- und Dokumentationszentrum zur Migrationsgeschichte weiterentwickelt werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist jedoch die Unterstützung vieler Partner aus der Region erforderlich. Denn bislang wird die Museumsarbeit fast ausschließlich durch das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder getragen. Die über das LEADER-Programm finanzierte Stelle einer Museumsleitung mit pädagogischem Schwerpunkt ist nur eine Anschubfinanzierung und endet bereits im November dieses Jahres. Besonderes Augenmerk gilt daher dem Erhalt dieser Stelle, die mit dem Historiker Michael Thoß besetzt ist.
Neben den Museumsführungen sollen mit Partnern aus der Region Projekte mit Schulen der Landkreise Rostock, Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim durchgeführt werden. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Sandra Pingel-Schliemann stellte sechs Bildungsboxen vor, die sich mit Flucht und Vertreibung seit dem Zweiten Weltkrieg bis zum aktuellen Konflikt in Syrien beschäftigen. Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 können so ein tieferes Verständnis für die Hintergründe von Migrationsbewegungen bekommen. Kerstin Breuer vom Förderverein Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide e. V. erläuterte das Konzept eines Projekttags, bei dem die Verbindung von Kultur- und Umweltbildung im Mittelpunkt steht und der sich an Kinder der Klassenstufen 3 und 4 richtet.
Mittelfristig werden auch Kooperationen mit Schulen und Gemeinden in der Ukraine und Polen angestrebt, mit denen es Schnittpunkte zur Geschichte der Wolhyniendeutschen gibt. Das Kennenlernen der unterschiedlichen Sichtweisen auf die historischen Ereignisse soll einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten.
Die engagierten Diskussionsbeiträge der geladenen Gäste haben dem Heimatverein wichtige Impulse gegeben, wie die Museums- und Bildungsarbeit langfristig weiterentwickelt und gesichert werden kann. Gleichzeitig wurden auch neue Möglichkeiten der
Zusammenarbeit angeregt, wie die gemeinsame Überarbeitung des Museumskonzepts oder ein Schülerprojekt zum Geocaching mit der Fleesenseeschule Malchow.
Johannes Herbst,
Vorsitzender des Heimatvereins Linstow e.V.